Zum Abbruch des südlichen Seitenschiffs von St. Matthias 1824/25 [1]

Tappe

"Herrn Landrath v. Esheln Hochwohlgebohren.

Für Besichtigung des Schulplatzes zu Meininghausen, Riß und Anschlag zum Gebäude gebühren mir noch 6 RThaler vom März 1820. Die Versprechen mir diese zu bezahlen sind unerledigt geblieben, deshalb bitte ich gehorsamst um die Veranlassung, daß dieses geschehen möge.

Auf angeschlossenem Auftrag vom 30.11.1822 habe ich die Kirche besichtigt. Die Seitenschiffe a haben steinerne Gewölbe, und das Mittelschiff hat aber ein hölzernes. Die Vorsteher waren willens künftig ein Seitenschiff abzubrechen und haben deshalb das Kirchendach nur so weit gebessert und erneuert, so daß es aus vielen Stellen über den Abseiten durchregnen kann. Die Wegnahme der Seitenschiffe kann aber nur gestattet werden, wenn die Sparren und Balken c d verbunden werden, weil sonst, wenn die Abseiten früher abgebrochen werden das Mittelschiff von den Dachsparren auseinander geschoben wird.

Dieses habe ich dem Vorsteher in Gegenwart des Herrn Predigers gesagt, wobei er auch versprach, daß die Bedachung auf den Seitenschiffen jetzt so viel gebessert werden sollte, daß diesen Winter kein starkes Durchregnen zu befürchten ist. Übrigens war auch der Herr Prediger der Meinung, daß die Seitenschiffe wegfallen könnten. Eine Hauptverbesserung würde dabei sein, daß die jetzt so dunkele Kirche mehr Licht durch größere Fenster erhalten könnte, wenn sie nur oben diese erhält.

Gehorsamst empfehle ich mich ...

Wilh. Tappe" [2]

Quellen

  1. Risse, Dela: Meiningsen: Gestern und heute. Siehe Literaturverzeichnis.
  2. Tappe, Wilhelm: Brief aus dem Jahre 1822 über den baulichen Zustand der Kirche. Siehe Literaturverzeichnis.