Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Meiningsen-Epsingsen

Geschichte [1]

Brandbekämpfung durch ein kommunal organisiertes Löschwesen ist in Deutschland bereits seit Jahrhunderten überliefert. Im 17. Jahrhundert wurde der Schlauch erfunden, zuerst aus Leder, seit Mitte des 19. Jahrhunderts aus Hanf mit Gummieinlage. Vereinzelt wurden Feuerwehrmänner bereits seit dem späten 17. Jahrhundert mit alten Militärhelmen ausgerüstet. Mit Signalhörnern wurde der Brandalarm ausgerufen.

Napoleon darf als "Erfinder" des neuen Feuerwehr-Typs gelten. Kerngedanken waren die Freiwilligkeit der Rekrutierung der Mannschaft, militärisch straffe Organisation und unbezahlter Dienst, also Ehrenamtlichkeit. Ursprünglich für die Stadt Paris per Dekret erlassen, war dies das Vorbild vieler deutscher Feuerwehren. In der Folge wurden in der Mitte des 19. Jahrhundert Berufswehren und freiwillige Wehren gebildet, zuerst in den größeren Städten. Es wurden sogenannte Steiger - alles Turner - mit neuartigen Hakenleitern ausgebildet, die Dächer umliegender Gebäude ersteigen konnten um Brände abzuriegeln und von dort aus mit beweglichen Handdruckspritzen zu bekämpfen.

Vereinzelt bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden, besonders in ländlichen Gebieten - so auch in Meiningsen und umliegenden Dörfern - handbetriebene Feuerspritzen verwendet, die mit Menschenkraft oder von Pferden an die Einsatzstelle gezogen wurden. Als Wasserreservoir dienten Löschteiche.

1911: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Meiningsen am 14. Mai. Ebenfalls wird ein zugehöriger Spielmannszug (Trommlerkorps) gegründet. Die bestehende Feuerspritze wird mit Bremse und Laterne ausgestattet. Ein Steigerturm auf dem Gemeindeland am Kreuzungspunkt der Kreisstraßen Meiningsen-Epsingsen-Hewingsen wird errichtet.

1912: Bau des Spritzenhauses in Verbindung mit einem Leichenwagenschuppen.

1913: Die Gemeinde finanziert neue Spritzenschläuche, die an den ebenfalls in Gemeindebesitz befindlichen Feuerspritzen in Meiningsen und Epsingsen verwendet werden.

1925: Erwähnung des Spritzenhauses. Das im Besitz der Kirche befindliche Gebäude scheint schon früher bestanden zu haben und diente im linken Bereich bis in die 60er Jahre zur Unterbringung eines Leichenwagens.

1927: Der Junggesellenclub gewährt der Feuerwehr ein Darlehen über 125 Mark. Es ist ein Zuschuss für neue Röcke zur Ausrüstung des Trommlerkorps.

1934: Im dritten Reich wird die Freiwilligen Feuerwehr aufgelöst. Der Verein wird als Freiwillige Feuerwehr Meiningsen Epsingsen neu gegründet. Er wird zu diesem Zeitpunkt als Halblöschzug Nr. 13 bezeichnet.

1936: Der Halblöschzug Nr. 13 beteiligt sich an Luftschutzübungen.

1951: Erste protokollierte Versammlung nach dem Krieg.

1953: Es wird festgestellt, das die Handspritze ihre Bedeutung verloren hat und weitgehend durch den Einsatz motorisierter Spritzen benachbarter Wehren ersetzt wird.

1954: Es werden vier neue Schläuche und 40 neue Helme gekauft.

1956: Die Anschaffung einer eigenen Motorspritze wird als unnötig erachtet. Es sollen zwei weitere Hydranten errichtet werden.

1957: Die Arbeiten für das reparaturbedürftige Spritzenhaus sollen begonnen werden.

1959: Durch die Fertigstellung der Epsingser Wasserleitung werden neue Hydranten in Betrieb genommen.

1961: Die Gemeinde, denen die alten Spritzen gehören, übertragen diese der Feuerwehr. Die Meiningser Spritze wird ausgeschlachtet und verkauft. Aus dem Erlös wird eine Schlauchkarre beschafft und im Spritzenhaus untergebracht. Die Anschaffung einer Motorspritze und eines Katastrophenwagens werden abgelehnt. Man ist der Auffassung, jeden Brand ausnahmslos mit den Hydranten bekämpfen zu können.

1966: Neue Hydranten am Ortseingang.

1969: Durch die kommunale Neuordnung wird die Freiwillige Feuerwehr Meiningsen Epsingsen zur Löschgruppe Meiningsen-Epsingsen der Freiwilligen Feuerwehr Soest.

1971: Die Löschgruppe erhält ein neues Strahlrohr.

1972: Der Schulungs- und Aufenthaltsraum wird renoviert.

1975: Die Epsingser Handspritze wird zur Renovierung nach Meiningsen geholt.

1979: Meiningsen erhält von der Stadtwerken ein gebrauchtes Fahrzeug, dass in Eigenleistung zum Einsatzfahrzeug umgerüstet wird. Die alte renovierte Feuerspritze aus Epsingsen - die zu dieser Zeit in Meiningsen untergebracht ist - wird nach Epsingsen gegeben um im Spritzenhaus Platz für das Fahrzeug zu schaffen. Später wird die Feuerspritze zur Ausstellung an die Feuerwache Soest gegeben. Das Epsingser Spritzenhaus wird aus Kostengründen aufgegeben.

Einsatzfahrzeug der Löschgruppe Meiningsen-Epsingsen1979 (1980?)

Teilnahme am Bördetag 18811981

Abordnung auf dem Bördetag in Soest. Im Hintergrung die restaurierte Feuerspritze aus Epsingsen (Foto von Friedrich Sievert).
von links: Heinz-Dieter Brunstein, Karl-Wilhelm Müller, Manfred Schmitz, Diethelm Brauks, Friedrich Sievert, Heinz-Otto Wilms, Manfred Ceranna und Heinrich Lappe.

1984: An das Feuerwehrgerätehaus (ehemals Spritzenhaus) wird eine Toilette angebaut. Die Stadt Soest stellt die Materialien.

1992: Die Zulassung für das Einsatzfahrzeug erlischt.

Die Zeit von 1993 bis zur Auflösung der Löschgruppe muss noch ergänzt werden.

2009: Auflösung der Löschgruppe Meiningsen-Epsingsen der Freiwilligen Feuerwehr Soest.

1. Brandmeister bzw. Löschgruppenführer:

Ereignisse, die protokolliert sind und den Einsatz der Feuerwehr Meiningsen-Epsingsen betrafen

1925: Bei zwei Bränden leistete die Wehr tatkräftige Hilfe. Einer bei Vollmer in Hewingsen und ein weiterer bei Kampschultze, Wippringserheide.

1953: Im Frühjahr brach ein Brand auf dem Hof Hohoff in Epsingsen aus.

1961: Ein Kornhaufen des Bauern Heinrich Blumendeller stand in hellen Flammen. Da das Anwesen des Brandmeisters Sievert gefährdet war, musste die Meiningser Wehr eingreifen.

1964: Feueralarm bei Wedding an der Windmühle, ein Kaminbrand hatte sich entwickelt.

1965: Brand eines Wohn- und Wirtschaftsgebäudes auf dem Hof des Bauern Bockholt, ehemals Fritz Crismann. Durch die Hilfe auswärtiger Wehren konnte das Feuer auf den Brandherd beschränkt werden. Die Meiningser Wehr hielt bis zum nächsten Tag die Brandwache.

1965: Am 3. Juli brannte durch Blitzschlag der alte Schafstall auf dem Hof Blumendeller ab. Weitere Wirtschaftsgebäude waren durch Funkenflug gefährdet. Die Meiningser Wehr griff tatkräftig ein.

1966: Brand in Epsingsen beim Landwirt Hinne. Sturmböen gefährden zusätzlich die Brandsituation. Das benachbarte Gebäude der Schreinerei Barnhusen konnte erhalten werden.

1968: Hochwasserkatastrophe in Ostönnen. Die Meiningser Wehr leistet wertvollen Katastrophendienst.

1975: Von der Löschgruppe wurde die alte, baufällige Meiningser Windmühle abgerissen. Herr Wedding, ein Verwandter der in Meiningsen bekannten Familie Wedding, wohnhaft im Ruhrgebiet, hatte dazu den Auftrag erteilt.

2004: Am 29. Dezember 2004 um kurz vor 11 Uhr brach im Carport des Wohnhauses der Familie Prünte-Gerard in der Twiete ein Feuer aus. Das Feuer griff auf das Wohnhaus über, das irreparabel beschädigt wurde. Die Meiningser Löschruppe - zu diesem Zeitpunkt schon beinahe aller technischer Möglichkeiten beraubt, konnte nur Hilfsleistungen erbringen. Der Brand wurde von der Feuerwehr Soest gelöscht. Das Wohnhaus wurde später abgerissen.

Siehe auch

Protokollbücher 1911-2001 der Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Meiningsen-Epsingsen.

Seite „Geschichte der Feuerwehr“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 27. August 2011, 09:05 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Geschichte_der_Feuerwehr&oldid=92933616 (Abgerufen: 11. September 2011, 10:35 UTC)

Quellen

  1. Protokollbücher 1911-2001 der Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Meiningsen-Epsingsen.

erschienen in:

  1. Dela Risse: Meiningsen im Wandel der Zeit. Siehe Literaturverzeichnis.
  2. Erwin Kossel: Auszüge aus dem aktuellen Protokollbuch - Von 1971 bis 2001, Freiwillige Feuerwehr, Löschgruppe Meiningsen-Epsingsen.
    Soest, 2001. Siehe Literaturverzeichnis.